Wie erwartet verlief der heutige Tag etwas ruhiger im Vergleich zur gestrigen Verteilaktion in der großen Siedlung. Trotzdem durften wir auch heute einige besondere Momente erleben, besonders im Hinblick auf die Beziehung zu einzelnen Familien, aber auch mit ganzen Gruppen an Kindern. Natürlich wollen wir euch auch in diese Momente mit hineinnehmen.

Im Rahmen einer Veranstaltung einer Kirchengemeinde in Gheorgheni durften wir unsere Arbeit als Das kunterbunte Kinderzelt vorstellen. So erzählten wir unsere bisherige Geschichte mit Gheorgheni, Balan und dem Land Rumänien selbst und dass uns besonders die Kinder, die in Armut leben, sehr auf dem Herzen liegen. Für viele Besucher der Kirchengemeinde waren Einblicke in die Lebenssituation der Roma, von denen wir berichteten, neu, da viele Menschen den Kontakt mit Roma meiden, nicht in ihre Siedlungen gehen und von daher keine Vorstellung von dem Elend und der Armut haben, die in ihrem Land herrschen.

Im Anschluss an diesen Gottesdienst gingen wir mit einem kleinen Team erneut in die große Romasiedlung, um eine Familie zu besuchen, in welcher ein kleines Mädchen vor einigen Jahren schwer an einer Hirnhautentzündung durch Meningokokken erkrankt war und dadurch nun schwer behindert ist. Dieser Familie wollten wir zunächst einmal ein wenig mehr unserer Zeit widmen und auch ein Lebensmittelpaket vorbeibringen. In Zukunft wünschen wir uns, diese Familie in einer besseren Behausung unterzubringen und dem Mädchen somit Zugang zu regelmäßiger medizinischen Behandlung und Therapie zu ermöglichen.

Kurz darauf erfuhren wir, dass in der Kirchengemeinde in der Romasiedlung gerade ein abendlicher Gottesdienst stattfand. Sehr spontan entschlossen wir, auch diesen zu besuchen. Viele Kinder und Erwachsene waren über unseren Besuch sehr überrascht und die Kinder, die wir gestern schon beschenken durften, freuten sich über unsere Anwesenheit und beobachteten uns mit neugierigen Augen. Nach dem Gottesdienst ergaben sich Situationen, in denen wir Kindern spielend begegnen konnten. Diese kostbaren Momente konnten wir in wenigen Bildern festhalten. Schaut gerne mal in die Galerie. Nach und nach verließen allmählich die Familien das Gelände der Kirchengemeinde. Da wir im Gottesdienst ein inzwischen erwachsenes Patenkind getroffen hatten und zufälligerweise die passenden Patenpakete schon im Auto hatten, begleiteten wir sie nach Hause, um ihr die persönlichen Geschenke ihres Paten in Deutschland zu überreichen. Auch hier nutzten wir die Zeit, um in die Beziehung zu ihrer Familie zu investieren und ihre individuelle Not zu verstehen.

Heute war ein Tag, an dem mehr Zeit für das Pflegen und Aufbauen von Beziehungen war. Dafür sind wir sehr dankbar. In all den Jahren, in denen wir schon hier wirken, ist für uns die persönliche Beziehung zu den Menschen wichtig und wertvoll.

Dankbar für die heutigen so wundervollen Momente machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft und aßen gemeinsam mit unseren rumänischen Leitern zu Abend. Gleichzeitig, war es ein kleiner Abschied von Timea, da sie aufgrund nur weniger Urlaubstage nicht bis zum Ende der Verteilung hier in Rumänien bleiben kann. Deswegen wird sie leider bereits heute Nacht abreisen. In den nächsten Tagen wird es für uns aber weitergehen und wir freuen uns, euch weiter davon zu berichten, denn es gibt noch viel zu tun.