Während sich von Deutschland aus der Weihnachtstransport für die Ukraine mit vielen bunten Paketen auf die Reise machte, um auch dort für Weihnachtsfreude zu sorgen, brach für uns in Rumänien der letzte Tag der Verteilaktion hier an. Zwar hatten wir bereits alle Romasiedlungen und Familien, die wir kennen und betreuen, besucht und Weihnachtspäckchen und -grüße vorbeigebracht, jedoch gab es auch für den letzten Tag hier vor Ort noch genügend zu tun.
Immer noch mussten ein paar Patenpakete von Paten in Deutschland an ihre „Patenkinder“ in Rumänien übergeben werden. Dies füllte einen Großteil des letzten Tages hier. Zu den Familien dieser Kinder haben wir seit wirklich vielen Jahren sehr engen Kontakt und es ist schön zu sehen, wie diese Beziehung und auch die Patenpakete wirklich etwas in deren Leben bewirken und Perspektiven entstehen.
Außerdem besuchten wir zwischendurch noch ein paar Familien in den Romasiedlungen rund um Gheorgheni, deren besonders prekäre Lage uns beim Verteilen der Päckchen aufgefallen waren, um dort noch jeweils eines der wenigen übrigen Lebensmittelpakete vorbeizubringen. In einigen Familien fanden sich sogar vereinzelt Kinder, welche an dem Tag der Verteilaktion in der jeweiligen Siedlung nicht Zuhause gewesen waren und somit noch kein Päckchen erhalten hatten. Natürlich bekamen auch diese Kinder dann von uns noch ein buntes Päckchen überreicht.
Während wir über die besonderen Momente und die einzelnen Verteilaktionen der letzten Tage nachdachten, ist uns neu bewusstgeworden, wie dringend hier in Rumänien immer noch so viel Hilfe benötigt wird. Auch wenn ein kleines Weihnachtspäckchen nicht die Lebensumstände eines Kindes ändert, schenkt es ihm doch einen Moment der Freude und Hoffnung und des Wissens, dass da jemand ist der an es denkt und es beschenkt. Diese Momente sind ein Lichtblick und Höhepunkte des Jahres für diese Kinder, die hier wirklich in bitterer Armut aufwachsen.
Und es ist noch mehr: Die Weihnachtspäckchen, die wir jedes Jahr dank Eurem Engagement verteilen dürfen, öffnen die Türen (und Herzen) zu den notleidenden Familien hier vor Ort. Dies ermöglicht uns, die Nöte jeder einzelnen Familie zu erkennen und langfristig mit diesen Familien Beziehungen aufzubauen, um ganz konkret und praktisch zu helfen.
Auch in diesem Jahr haben wir gemerkt, wie offen uns gegenüber viele Familien und vor allem die Kinder waren, weil sie sich an uns und die Freude über die Päckchen vom letzten Jahr erinnerten. Neben all der Armut, die wir diese Woche wieder gesehen haben, war diese Beobachtung wirklich schön.
Mit vielen solcher Eindrücke, Erlebnisse, Erinnerungen, einer neuen Wertschätzung des eigenen Wohlstandes und dem Bewusstsein, der Verantwortung die Augen vor der Armut hier nicht zu verschließen, werden wir morgen unsere Reise zurück nach Deutschland antreten.
Gleichzeitig möchten wir uns schon an dieser Stelle für die vielen schönen Päckchen bedanken, die ihr uns in diesem Jahr mit auf die Reise gegeben habt. Da in der Ukraine Weihnachten traditionell erst am 6. Januar gefeiert wird, werden wir Euch über die Verteilung der Päckchen dort nach Weihnachten berichten.
Bis dahin wünschen wir Euch und Euren Familien gesegnete und ruhige Weihnachten und verabschieden uns in eine kleine Weihnachtspause. Hier kommen noch die Bilder der letzten beiden Tage aus Rumänien:



