Liebe Kinderzeltfreunde,
da in Gheorgheni immer noch in ein paar kleineren Romasiedlungen die Kinder auf ihre Weihnachtspäckchen warteten, machten wir uns heute Vormittag wieder auf den Weg, um die Autos zu beladen und dann die Päckchen dort zu verteilen. Als wir ankamen stellten wir fest, dass die meisten Kinder noch in der Schule waren, sodass wir zunächst einzelne Familien besuchten, wo die Kinder bereits zu Hause waren. Anschließend verteilten wir auch in den kleineren Siedlungen die Päckchen an die Kinder, die mittlerweile alle zu Hause waren. Hier fiel uns auf, dass die Atmosphäre ganz anders war, als in den anderen, größeren Siedlungen, in denen wir bisher waren. Noch bevor wir aus dem Auto ausgestiegen waren, wurden wir bereits freudig von den Familien empfangen. Während jedes Kind sein Paket erhielt, verteilten wir darüber hinaus auch Gulasch, das uns von der Metzgerei Robert Müller in Flieden zur Verfügung gestellt worden war. Bei einer besonders armen Familie entschieden wir uns spontan auch noch ein Lebensmittelpaket dazulassen, da diese Hilfe dort besonders dringend benötigt wurde. Einer weiteren Familie konnten wir ein persönliches Patenpaket, dass liebevoll vom Paten in Deutschland gepackt worden war, überreichen.
Dies waren die letzten Romafamilien, die in diesem Jahr eure liebevoll gepackten Päckchen erhielten. Im Rückblick fällt uns dieses Jahr besonders auf, dass jede Romasiedlung aber auch jede Familie das Erleben der Armut gemeinsam haben, man aber trotzdem deutliche Unterschiede im Umgang mit dieser Armut finden kann. So gibt es Familien, welche es trotz ihrer Armut schaffen, Ordnung zu halten. Anderen Familien hingegen gelingt dies nicht, sodass diese Familien umgeben von Müll und Essensresten leben. Auch die Haltung und Einstellungen der Familien sind sehr unterschiedlich. Während viele Familien versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, sind andere aufgrund ihrer Lebensumstände verzweifelt und verbittert, was besonders die Kinder zu spüren bekommen. Zwar treffen wir eher seltener auf solche Familien, aber gerade dort werden die Päckchen von den Kindern besonders freudig empfangen, da sie einen Lichtblick, Freude und Hoffnung in ihrem rauen Alltag bringen.
In der Zeit, in der wir hier sind, können wir ganz unterschiedlichen Nöten begegnen. So beschenkten wir auch in diesem Jahr (wie seit vielen Jahren) die Kinder in einem Kinderheim in Subcetate. Nachdem wir für jedes der zwölf Kinder ein Päckchen ins Foyer gebracht hatten, stellten sich die Kinder als kleiner Chor auf und sangen für uns ein rumänisches Weihnachtslied, das sie extra für uns einstudiert hatten. Es war eine wirklich schöne Atmosphäre. Anschließend wurde jedem Kind bzw. Jugendlichen sein Geschenkpäckchen persönlich überreicht, welches meist mit einem strahlenden Gesicht empfangen wurden. Zusätzlich brachten wir einige Süßigkeiten mit, die im Verlauf des Abends Stück für Stück in den Mündern der Kinder verschwanden.
Nach einer Zeit der Gemeinschaft und des fröhlichen Beisammenseins, verabschiedeten wir uns herzlich und machten uns auf den Heimweg, um für die morgigen Verteilungen in Balan gut ausgeruht zu sein, von der wir euch als nächstes berichten werden.



